Snublefot
January 6th, 2011, 03:15 PM
From Grossen Brockhaus, 15.th edition, Leibzig 1935
„Im Mittelpunkt jeder Betrachtung über den N. steht die Persönlichkeit Adolf Hit-
lers. Er hat in zäher Arbeit das polit. Machtinstrument der NSDAP. geschaffen
und mit seinem Geist erfüllt. Er allein hat Ziel und Marsch der nationalsozialist.
Revolution bestimmt und in seinem Buch ‚Mein Kampf’ und in seinen Reden die
Grundlage für die geistige Auseinandersetzung um den N. geschaffen. Die Partei
war und ist die Voraussetzung für den Sieg der nationalsozialist. Weltanschauung.
Wenn diese das gesamte deutsche Volk durchdrungen hat, sieht die nationalsozia-
list. Revolution ihr Ziel verwirklicht.
Der N. ist eine Weltanschauung, ihr Kern ist die Vorstellung von der überragen-
den Bedeutung des Volkes gegenüber dem einzelnen und gegenüber dem Staat.
Nur vom Volk her kommt man zum Verständnis des N. Er sieht im Volk nicht die
Summe der einzelnen Staatsbürger, sondern die lebendige Gemeinschaft aus Blut
und Boden, der jeder einzelne verpflichtet ist, mit allen seinen Kräften zu dienen.
Aus dieser Überzeugung leitet der N. sein oberstes sittliches Gebot ab: Gemein-
nutz geht vor Eigennutz. Er stellt diese Forderung nicht etwa aus Nützlichkeits-
oder Zweckmäßigkeitsgründen auf, sondern aus dem Glauben an die Kräfte des
Blutes und des Bodens. Für den N. ist ‚Volk’ von der Vorsehung als Aufgabe und
Verpflichtung gewollt und bestimmt. Hieraus ist auch sein Bekenntnis zum Rasse-
gedanken zu Verstehen. Rasse und Volk sind dem N. keine Gegensätze, sondern
eines folgt aus dem anderen. Rasse ist an die Zeugung gebunden, Volk entsteht im
geschichtl. Ablauf, dem eine Rasse unterworfen ist. Der N. sieht in den Rassen Ur-
formen der Menschheit und in ihrer Verschiedenheit den Willen des Schöpfers.
Darum bekämpft er die Rassenmischung (→ Juden, Bd. 21) 663 . Von ‚biologischem
Materialismus’ ist er weit entfernt: ‚Seele bedeutet Rasse von innen gesehen. Und
umgekehrt ist Rasse die Außenseite einer Seele.’ (Rosenberg.)
Mit dem Bekenntnis zum Volk als einer blut- und raummäßig bedingten Gemein-
schaft wendet sich der N. gegen die Ideenwelt der Franz. Revolution von 1789 und
die des 19. Jahrh. Namentlich dem Liberalismus und dem Marxismus, die er beide
in eine innere gesetzmäßige Abhängigkeit voneinander bringt, hat er schärfsten
Kampf angesagt, da beide die Menschen aus ihren natürl. Bedingungen loslösten.
Im besonderen stellt er der liberalistischen Auffassung von der Eigenständigkeit
der einzelnen völkischen Kulturbereiche (Kunst, Wissenschaft u.a.) seinen Totali-
tätsanspruch entgegen. Der Anspruch auf Totalität ist ihm nicht ein Anspruch auf
die totale Macht des Staates an sich, sondern ein Anspruch auf die Totalität der
Idee, auf die Totalität des Bereiches des polit. Lebens, von dem ein Volk erfüllt ist.
Es gibt keinen Raum im N. für den unpolit. Menschen. Alle Tätigkeit wird im N. in
das polit. Gesamtgeschehen eingeordnet und erhält von dort aus ihren Wert. Aus
dieser neuen Sinngebung heraus, die der N. dem polit. Geschehen gibt, lehnt er
auch den Begriff des Ständestaates in seiner früheren, bes. im Mittelalter gültigen
Auffassung ab. Der nationalsozialist. Ständestaat wird keine Aufsplitterung des
Volkes nach Berufsklassen und Ständen bringen, sondern wird getragen sein vom
Gesichtspunkt der gemeinsamen polit. Verpflichtung, die alles andere überragt.
Daher verneint er auch eine Eigenständigkeit der Wirtschaft und weist ihr eine
dienende Stellung gegenüber dem Volksganzen zu. Darin unterscheidet sich der N.
vom Faschismus, der eine bloße Reform des kapitalistischen Wirtschaftssystems
anstrebt. Wesentlich für die Wirtschaftsauffassung des N. ist zugleich das Be-
kenntnis zum Wert der Persönlichkeit, das seinem Sozialismus das Gepräge gibt
und im ‚Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit’ seinen Ausdruck findet. Wich-
tige Leitsätze für die Neugestaltung des wirtschaftl. Lebens, die der N. aufgestellt
hat, sind weiterhin die Forderung nach dem Recht auf Arbeit für jedermann und
der Grundsatz der Leistung in der Arbeit, mit dessen Verwirklichung eine Neu-
ordnung der Arbeitsverhältnisse angestrebt wird. Der N. lehnt überall da die Ver-
staatlichung eines Betriebes ab, wo dieser auf persönlicher Leistung und Schöp-
ferkraft beruht. Es ist sein Bestreben, möglichst viele Einzelpersönlichkeiten zu
wirtschaftlicher Selbständigkeit zu bringen und sie vor dem ‚Privat-Sozialismus’
der Konzerne zu bewahren.
Der Totalitätsanspruch des N. wendet sich auch gegen die politisierenden Konfes-
sionen, gegen den Mißbrauch der Religion zu polit. Zwecken; er weist die Kirchen
auf ihr religiöses Tätigkeitsfeld zurück, in dessen Rahmen er ihnen seinen vollen
Schutz zusichert, wie überhaupt jeder religiösen Überzeugung, die sich auf das
Göttliche gründet. Er hält sich dabei bewußt von dem Streit um Dogmen und Be-
kenntnisse fern und Vertritt den Grundsatz von der Freiheit der religiösen Über-
zeugung des einzelnen. Im Art. 24 seines Programms bekennt er sich zum positi-
ven Christentum, ohne sich damit irgendwie auf die Dogmen der bestehenden
christl. Kirchen festzulegen. Die christl. Forderung tätiger Nächstenliebe findet
sich in seinen Bestrebungen zur Linderung der Not und zur Beseitigung der Ar-
beitslosigkeit wieder (Winterhilfswerk, Arbeitsbeschaffungsprogramm).
Die vom N. angestrebte Totalität hat ihre erste und stärkste Verwirklichung auf
polit. Gebiet gefunden. Der nationalsozialist. Staat ist das politisch geformte Volk.
Dabei hält der N. an dem Primat des Volkes vor dem Staat fest; er sieht den Ur-
sprung jeder echten Revolution dort, wo die Staatsgrundsätze den Lebensgesetzen
eines Volkes widersprechen. So hat Adolf Hitler aus der besonderen Art des deut-
schen Volkes und aus den Erfahrungen seines Kampfes um das deutsche Schicksal
die Grundlinien für den Aufbau der nationalsozialist. Bewegung und für die neue
polit. Ordnung des von ihm gegründeten ‚Dritten Reichs’ abgeleitet. Die beiden
obersten Grundsätze sind der Führergrundsatz und der der Kameradschaft.
Der Führergrundsatz des N. bedeutet die Sammlung der politisch wertvollsten
Kräfte der Nation. Seine Voraussetzungen sind Gehorsam, Pflicht und Treue. In
dem Bewußtsein der Gefolgschaft, daß nur Einmütigkeit und Unterordnung unter
einen Willen den Sieg ihrer Weltanschauung verbürgt, findet der Führergrundsatz
seine tiefste Rechtfertigung. Er will nicht die persönliche Freiheit, sondern die
persönliche Willkür beseitigen. Mit dem Bekenntnis zum uneingeschränkten Füh-
rergrundsatz verbindet der N. die Ablehnung der Diktatur nach faschistischer Art.
Nicht die gewaltsame Eroberung der Macht im Staate und die gewaltsame Be-
herrschung des Volkes ist sein Ziel, sondern es kommt ihm darauf an, durch die
Kraft seiner Idee und durch die Auslese der kämpferischen Elemente die geistige
Neuformung des ganzen Volkes zu erzwingen.
Im N. ist in der uns bisher bekannten Geschichte die einzige Revolution zum
Durchbruch und zur Gestaltung des polit. Lebens gelangt, deren Träger von vorn-
herein darauf verzichtet haben, die Masse sich mit Gewalt zu unterwerfen. Allein
der Anruf an den Idealismus des Volkes und seine sittlichen Kräfte durch den N.
bewirkte den Zusammenbruch des seit 1918 herrschenden polit. Systems in
Deutschland. Der N. will keineswegs das Selbstbestimmungsrecht des Volkes aus-
schalten, sondern er sieht in der Führerauslese eine neue und bessere Form für
den Ausdruck des Volkswillens, der hier wirksamer zur Geltung kommt als in ei-
ner Herrschaft der Masse.
In enger Verbindung mit dem Führergrundsatz hat sich der Grundsatz der Kame-
radschaft entwickelt, der die Gefolgschaft des N. im Glauben und Gehorsam zu
einem verschworenen Orden zusammenschließt. Die nationalsozialist. Kamerad-
schaft läßt hinter dem gemeinsamen Wollen und Kämpfen alle Grundsätze der
Klassen und Stände zurücktreten; in ihr erweist sich die soldatische Haltung des
N., und in ihr verwirklicht sich sein Sozialismus der Opferbereitschaft und der
Tat. Der Gedanke der Kameradschaft, im Weltkrieg aus dem Opfergang der Ju-
gend und dem Einsatz des ganzen Volkes erwachsen, hat durch den Sieg der na-
tionalsozialist. Bewegung die auflösenden Tendenzen des Liberalismus überwun-
den. So ist die Kameradschaft für den N. die neue Form der menschl. Gemein-
schaft geworden, die er zur Grundlage der Volksordnung erhebt.
Der N. beschränkt sich in seinen politischen Bestrebungen auf Deutschland. Er
lehnt den Imperialismus ab und fordert aus seiner Weltanschauung heraus die
Achtung vor fremdem Volkstum. Im Bolschewismus und seinen Grundlagen sieht
er die eigentl. Bedrohung Europas, der er durch eine Weckung des europ. Le-
bensgefühls begegnen will. Er lehnt die Lehre vom Untergang Europas ab und
glaubt vielmehr, daß nach der Überwindung der Zustände, die der Versailler Ver-
trag von 1919 geschaffen hat, sowie nach der Loslösung des Völkerbundsgedan-
kens von der Vorstellung eines Gewaltfriedens und von der Einteilung der Völker
in Nutznießer und Schuldner des Weltkrieges der Weg frei ist für eine neue europ.
Kraftentfaltung.
Die Ideenwelt des N. und sein Glaube an die Bestimmung des deutschen Volkes
wurzeln tief in der deutschen Geschichte. Es lassen sich mancherlei geschichtl
Entwicklungslinien verfolgen, die zum N. hinführen. Dabei ist jedoch stets zu be-
denken, daß die geschichtl. Ereignisse und die Persönlichkeiten, die Träger dieser
Ereignisse waren oder sie geistig vorbereitet und ausgeführt haben, als Vorläufer
und Wahlverwandte zu betrachten sind und keineswegs in vollem Umfang dem N.
zugeordnet werden dürfen. Mit besonderem Nachdruck sucht der N. in der germa-
nischen Vor- und Frühgeschichte die deutsche Art zu erfassen. Er hebt dann in der
polit. Geschichte Männer wie Armin, Widukind, Heinrich den Löwen, die Kämpfer
des Bauernkrieges, Friedrich den Großen; in der Geistesgeschichte die Edda, das
Nibelungenlied, Walther von der Vogelweide und die Sänger der Freiheitskriege
heraus. Ferner greift er zurück auf Ideen Herders, Fichtes, Lagardes, Nietzsches,
H. St. Chamberlains u.a.; in jüngster Vergangenheit sieht er Verwandtes in der
österr. Schönerer-Bewegung, in der Jugendbewegung, bei Stefan George und bei
dem Kreis um Moeller van den Bruck, dessen Gedanken allerdings in wesentli-
chen Punkten durch die nationalsozialist. Revolution überholt sind. Aber bei aller
geschichtl. Verbundenheit ist der N. als echte revolutionäre Bewegung entschei-
dend durch seinen eigenen polit. Kampf bestimmt. Die nationalsozialist. Revoluti-
on ist überdies selbst noch nicht Geschichte geworden, sondern wirkt als ge-
schichtsbildende Kraft in der Gegenwart. Der N. beansprucht den Rang einer
Idee, die das gesamte Volksleben und seine staatliche Form von Grund aus neu
gestaltet, im Gegensatz zu den herrschenden Mächten des vergangenen liberalen
Zeitalters.
In der europ. Mittellage zwischen dem russ. Bolschewismus und der westl. Demo-
kratie hat sich der N. für eine Entwicklung aus dem deutschen Volkstum heraus
entschieden, in dem er den Ursprung seiner Ideenwelt sieht. Er erlebt sich als die
gewaltigste Zusammenfassung aller Kräfte des deutschen Volkes unter einen Wil-
len. Durch ihren Einsatz will er unter Überwindung artfremder Einflüsse endlich
zur Volkwerdung kommen und mitten in den europäischen und weltpolitischen
Wirren den Fortbestand des Reiches sichern, im festen Glauben an seine ge-
schichtl. Sendung und an die Zukunft des deutschen Volkes.“
„Im Mittelpunkt jeder Betrachtung über den N. steht die Persönlichkeit Adolf Hit-
lers. Er hat in zäher Arbeit das polit. Machtinstrument der NSDAP. geschaffen
und mit seinem Geist erfüllt. Er allein hat Ziel und Marsch der nationalsozialist.
Revolution bestimmt und in seinem Buch ‚Mein Kampf’ und in seinen Reden die
Grundlage für die geistige Auseinandersetzung um den N. geschaffen. Die Partei
war und ist die Voraussetzung für den Sieg der nationalsozialist. Weltanschauung.
Wenn diese das gesamte deutsche Volk durchdrungen hat, sieht die nationalsozia-
list. Revolution ihr Ziel verwirklicht.
Der N. ist eine Weltanschauung, ihr Kern ist die Vorstellung von der überragen-
den Bedeutung des Volkes gegenüber dem einzelnen und gegenüber dem Staat.
Nur vom Volk her kommt man zum Verständnis des N. Er sieht im Volk nicht die
Summe der einzelnen Staatsbürger, sondern die lebendige Gemeinschaft aus Blut
und Boden, der jeder einzelne verpflichtet ist, mit allen seinen Kräften zu dienen.
Aus dieser Überzeugung leitet der N. sein oberstes sittliches Gebot ab: Gemein-
nutz geht vor Eigennutz. Er stellt diese Forderung nicht etwa aus Nützlichkeits-
oder Zweckmäßigkeitsgründen auf, sondern aus dem Glauben an die Kräfte des
Blutes und des Bodens. Für den N. ist ‚Volk’ von der Vorsehung als Aufgabe und
Verpflichtung gewollt und bestimmt. Hieraus ist auch sein Bekenntnis zum Rasse-
gedanken zu Verstehen. Rasse und Volk sind dem N. keine Gegensätze, sondern
eines folgt aus dem anderen. Rasse ist an die Zeugung gebunden, Volk entsteht im
geschichtl. Ablauf, dem eine Rasse unterworfen ist. Der N. sieht in den Rassen Ur-
formen der Menschheit und in ihrer Verschiedenheit den Willen des Schöpfers.
Darum bekämpft er die Rassenmischung (→ Juden, Bd. 21) 663 . Von ‚biologischem
Materialismus’ ist er weit entfernt: ‚Seele bedeutet Rasse von innen gesehen. Und
umgekehrt ist Rasse die Außenseite einer Seele.’ (Rosenberg.)
Mit dem Bekenntnis zum Volk als einer blut- und raummäßig bedingten Gemein-
schaft wendet sich der N. gegen die Ideenwelt der Franz. Revolution von 1789 und
die des 19. Jahrh. Namentlich dem Liberalismus und dem Marxismus, die er beide
in eine innere gesetzmäßige Abhängigkeit voneinander bringt, hat er schärfsten
Kampf angesagt, da beide die Menschen aus ihren natürl. Bedingungen loslösten.
Im besonderen stellt er der liberalistischen Auffassung von der Eigenständigkeit
der einzelnen völkischen Kulturbereiche (Kunst, Wissenschaft u.a.) seinen Totali-
tätsanspruch entgegen. Der Anspruch auf Totalität ist ihm nicht ein Anspruch auf
die totale Macht des Staates an sich, sondern ein Anspruch auf die Totalität der
Idee, auf die Totalität des Bereiches des polit. Lebens, von dem ein Volk erfüllt ist.
Es gibt keinen Raum im N. für den unpolit. Menschen. Alle Tätigkeit wird im N. in
das polit. Gesamtgeschehen eingeordnet und erhält von dort aus ihren Wert. Aus
dieser neuen Sinngebung heraus, die der N. dem polit. Geschehen gibt, lehnt er
auch den Begriff des Ständestaates in seiner früheren, bes. im Mittelalter gültigen
Auffassung ab. Der nationalsozialist. Ständestaat wird keine Aufsplitterung des
Volkes nach Berufsklassen und Ständen bringen, sondern wird getragen sein vom
Gesichtspunkt der gemeinsamen polit. Verpflichtung, die alles andere überragt.
Daher verneint er auch eine Eigenständigkeit der Wirtschaft und weist ihr eine
dienende Stellung gegenüber dem Volksganzen zu. Darin unterscheidet sich der N.
vom Faschismus, der eine bloße Reform des kapitalistischen Wirtschaftssystems
anstrebt. Wesentlich für die Wirtschaftsauffassung des N. ist zugleich das Be-
kenntnis zum Wert der Persönlichkeit, das seinem Sozialismus das Gepräge gibt
und im ‚Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit’ seinen Ausdruck findet. Wich-
tige Leitsätze für die Neugestaltung des wirtschaftl. Lebens, die der N. aufgestellt
hat, sind weiterhin die Forderung nach dem Recht auf Arbeit für jedermann und
der Grundsatz der Leistung in der Arbeit, mit dessen Verwirklichung eine Neu-
ordnung der Arbeitsverhältnisse angestrebt wird. Der N. lehnt überall da die Ver-
staatlichung eines Betriebes ab, wo dieser auf persönlicher Leistung und Schöp-
ferkraft beruht. Es ist sein Bestreben, möglichst viele Einzelpersönlichkeiten zu
wirtschaftlicher Selbständigkeit zu bringen und sie vor dem ‚Privat-Sozialismus’
der Konzerne zu bewahren.
Der Totalitätsanspruch des N. wendet sich auch gegen die politisierenden Konfes-
sionen, gegen den Mißbrauch der Religion zu polit. Zwecken; er weist die Kirchen
auf ihr religiöses Tätigkeitsfeld zurück, in dessen Rahmen er ihnen seinen vollen
Schutz zusichert, wie überhaupt jeder religiösen Überzeugung, die sich auf das
Göttliche gründet. Er hält sich dabei bewußt von dem Streit um Dogmen und Be-
kenntnisse fern und Vertritt den Grundsatz von der Freiheit der religiösen Über-
zeugung des einzelnen. Im Art. 24 seines Programms bekennt er sich zum positi-
ven Christentum, ohne sich damit irgendwie auf die Dogmen der bestehenden
christl. Kirchen festzulegen. Die christl. Forderung tätiger Nächstenliebe findet
sich in seinen Bestrebungen zur Linderung der Not und zur Beseitigung der Ar-
beitslosigkeit wieder (Winterhilfswerk, Arbeitsbeschaffungsprogramm).
Die vom N. angestrebte Totalität hat ihre erste und stärkste Verwirklichung auf
polit. Gebiet gefunden. Der nationalsozialist. Staat ist das politisch geformte Volk.
Dabei hält der N. an dem Primat des Volkes vor dem Staat fest; er sieht den Ur-
sprung jeder echten Revolution dort, wo die Staatsgrundsätze den Lebensgesetzen
eines Volkes widersprechen. So hat Adolf Hitler aus der besonderen Art des deut-
schen Volkes und aus den Erfahrungen seines Kampfes um das deutsche Schicksal
die Grundlinien für den Aufbau der nationalsozialist. Bewegung und für die neue
polit. Ordnung des von ihm gegründeten ‚Dritten Reichs’ abgeleitet. Die beiden
obersten Grundsätze sind der Führergrundsatz und der der Kameradschaft.
Der Führergrundsatz des N. bedeutet die Sammlung der politisch wertvollsten
Kräfte der Nation. Seine Voraussetzungen sind Gehorsam, Pflicht und Treue. In
dem Bewußtsein der Gefolgschaft, daß nur Einmütigkeit und Unterordnung unter
einen Willen den Sieg ihrer Weltanschauung verbürgt, findet der Führergrundsatz
seine tiefste Rechtfertigung. Er will nicht die persönliche Freiheit, sondern die
persönliche Willkür beseitigen. Mit dem Bekenntnis zum uneingeschränkten Füh-
rergrundsatz verbindet der N. die Ablehnung der Diktatur nach faschistischer Art.
Nicht die gewaltsame Eroberung der Macht im Staate und die gewaltsame Be-
herrschung des Volkes ist sein Ziel, sondern es kommt ihm darauf an, durch die
Kraft seiner Idee und durch die Auslese der kämpferischen Elemente die geistige
Neuformung des ganzen Volkes zu erzwingen.
Im N. ist in der uns bisher bekannten Geschichte die einzige Revolution zum
Durchbruch und zur Gestaltung des polit. Lebens gelangt, deren Träger von vorn-
herein darauf verzichtet haben, die Masse sich mit Gewalt zu unterwerfen. Allein
der Anruf an den Idealismus des Volkes und seine sittlichen Kräfte durch den N.
bewirkte den Zusammenbruch des seit 1918 herrschenden polit. Systems in
Deutschland. Der N. will keineswegs das Selbstbestimmungsrecht des Volkes aus-
schalten, sondern er sieht in der Führerauslese eine neue und bessere Form für
den Ausdruck des Volkswillens, der hier wirksamer zur Geltung kommt als in ei-
ner Herrschaft der Masse.
In enger Verbindung mit dem Führergrundsatz hat sich der Grundsatz der Kame-
radschaft entwickelt, der die Gefolgschaft des N. im Glauben und Gehorsam zu
einem verschworenen Orden zusammenschließt. Die nationalsozialist. Kamerad-
schaft läßt hinter dem gemeinsamen Wollen und Kämpfen alle Grundsätze der
Klassen und Stände zurücktreten; in ihr erweist sich die soldatische Haltung des
N., und in ihr verwirklicht sich sein Sozialismus der Opferbereitschaft und der
Tat. Der Gedanke der Kameradschaft, im Weltkrieg aus dem Opfergang der Ju-
gend und dem Einsatz des ganzen Volkes erwachsen, hat durch den Sieg der na-
tionalsozialist. Bewegung die auflösenden Tendenzen des Liberalismus überwun-
den. So ist die Kameradschaft für den N. die neue Form der menschl. Gemein-
schaft geworden, die er zur Grundlage der Volksordnung erhebt.
Der N. beschränkt sich in seinen politischen Bestrebungen auf Deutschland. Er
lehnt den Imperialismus ab und fordert aus seiner Weltanschauung heraus die
Achtung vor fremdem Volkstum. Im Bolschewismus und seinen Grundlagen sieht
er die eigentl. Bedrohung Europas, der er durch eine Weckung des europ. Le-
bensgefühls begegnen will. Er lehnt die Lehre vom Untergang Europas ab und
glaubt vielmehr, daß nach der Überwindung der Zustände, die der Versailler Ver-
trag von 1919 geschaffen hat, sowie nach der Loslösung des Völkerbundsgedan-
kens von der Vorstellung eines Gewaltfriedens und von der Einteilung der Völker
in Nutznießer und Schuldner des Weltkrieges der Weg frei ist für eine neue europ.
Kraftentfaltung.
Die Ideenwelt des N. und sein Glaube an die Bestimmung des deutschen Volkes
wurzeln tief in der deutschen Geschichte. Es lassen sich mancherlei geschichtl
Entwicklungslinien verfolgen, die zum N. hinführen. Dabei ist jedoch stets zu be-
denken, daß die geschichtl. Ereignisse und die Persönlichkeiten, die Träger dieser
Ereignisse waren oder sie geistig vorbereitet und ausgeführt haben, als Vorläufer
und Wahlverwandte zu betrachten sind und keineswegs in vollem Umfang dem N.
zugeordnet werden dürfen. Mit besonderem Nachdruck sucht der N. in der germa-
nischen Vor- und Frühgeschichte die deutsche Art zu erfassen. Er hebt dann in der
polit. Geschichte Männer wie Armin, Widukind, Heinrich den Löwen, die Kämpfer
des Bauernkrieges, Friedrich den Großen; in der Geistesgeschichte die Edda, das
Nibelungenlied, Walther von der Vogelweide und die Sänger der Freiheitskriege
heraus. Ferner greift er zurück auf Ideen Herders, Fichtes, Lagardes, Nietzsches,
H. St. Chamberlains u.a.; in jüngster Vergangenheit sieht er Verwandtes in der
österr. Schönerer-Bewegung, in der Jugendbewegung, bei Stefan George und bei
dem Kreis um Moeller van den Bruck, dessen Gedanken allerdings in wesentli-
chen Punkten durch die nationalsozialist. Revolution überholt sind. Aber bei aller
geschichtl. Verbundenheit ist der N. als echte revolutionäre Bewegung entschei-
dend durch seinen eigenen polit. Kampf bestimmt. Die nationalsozialist. Revoluti-
on ist überdies selbst noch nicht Geschichte geworden, sondern wirkt als ge-
schichtsbildende Kraft in der Gegenwart. Der N. beansprucht den Rang einer
Idee, die das gesamte Volksleben und seine staatliche Form von Grund aus neu
gestaltet, im Gegensatz zu den herrschenden Mächten des vergangenen liberalen
Zeitalters.
In der europ. Mittellage zwischen dem russ. Bolschewismus und der westl. Demo-
kratie hat sich der N. für eine Entwicklung aus dem deutschen Volkstum heraus
entschieden, in dem er den Ursprung seiner Ideenwelt sieht. Er erlebt sich als die
gewaltigste Zusammenfassung aller Kräfte des deutschen Volkes unter einen Wil-
len. Durch ihren Einsatz will er unter Überwindung artfremder Einflüsse endlich
zur Volkwerdung kommen und mitten in den europäischen und weltpolitischen
Wirren den Fortbestand des Reiches sichern, im festen Glauben an seine ge-
schichtl. Sendung und an die Zukunft des deutschen Volkes.“