View Full Version : Wirtschaft und Arbeitslosigkeit
alex
December 12th, 2005, 07:29 AM
JOB-VERLAGERUNG NACH POLEN
AEG-Werk in Nürnberg wird geschlossen
Zuletzt gab es bei den 1750 Beschäftigten wieder Hoffnungen auf einen Kompromiss - nun sind sie verflogen: Das AEG-Werk in Nürnberg soll nach einem Beschluss des schwedischen Mutterkonzerns Electrolux geschlossen werden.
Nürnberg - Bis Ende 2007 soll die Produktion noch laufen, dann ist Schluß. Wie der Betriebsrat am Mittag mitteilte, hat der Aufsichtsrat von Electrolux diese Entscheidung heute gefällt. Die Produktion soll nach Polen verlagert werden.
Am Nachmittag sollen die Beschäftigten offiziell informiert werden. Die IG Metall hat zu einer Kundgebung aufgerufen.
Mit der Entscheidung ist eine monatelange Hängepartie zu Ende gegangen: Nach Entgegenkommen und Protesten der Beschäftigten hatte Electrolux die bereits beschlossene Schließung noch einmal überdenken wollen.
Das AEG-Werk ist eine der letzten großen industriellen Produktionsstätten in Nürnberg. Dem Mutterkonzern ist es nicht profitabel genug. Rund 1750 Mitarbeiter fertigen im Jahr 1,4 Waschmaschinen, Geschirrspüler und Trockner verschiedener Marken wie AEG, Juno und Privileg.
Der Hersteller dieser so genannten weißen Ware leidet seit Jahren unter der Produktionsverlagerung in Billiglohnländer wie China und Osteuropa. Insgesamt beschäftigt die deutsche Tochter AEG Hausgeräte GmbH rund 4000 Mitarbeiter.
In Polen entstehen derzeit für rund 77 Millionen Euro zwei Werke zur Fertigung von Waschmaschinen und Geschirrspülern. Die Kosten für die Schließung des Standorts in Nürnberg werden auf rund 230 Millionen Euro beziffert.
IG-Metall-Vize Berthold Huber im Rahmen des Ringens um den Standort Nürnberg gedroht, einen Käuferboykott für Produkte des AEG-Mutterkonzerns Electrolux anzuzetteln. "Das ist eine Warnung an das internationale Management", hatte sagte er. Electrolux wolle schließlich weiter Produkte in Deutschland verkaufen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,389957,00.html
1750 Beschäftigte in Nürnberg.
alex
December 12th, 2005, 07:32 AM
BUNDESWEITE AKTION
Tausende Telekom-Beschäftigte protestieren gegen Job-Abbau
Bis zu 25.000 Beschäftigte der Deutschen Telekom sind auf dem Weg zu Großkundgebungen, um gegen das Sanierungskonzept des Konzerns zu protestieren. Der Telekom-Aufsichtsrat soll heute den Plan abnicken, bis 2008 rund 32.000 Jobs abzubauen.
Berlin - Allein in Berlin werden 2000 Telekom-Mitarbeiter aus der Hauptstadt und anderen Bundesländern erwartet. Auf dem Platz vor dem "Roten Rathaus" will auch Ver.di-Chef Frank Bsirske sprechen. Ein weiterer Schwerpunkt der Kundgebungen sei die Konzernzentrale in Bonn, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Dort kommt heute auch der Telekom-Aufsichtsrat zusammen, um über den vom Vorstand vorgeschlagenen Personalabbau zu beraten.
Die Telekom will sich bis Ende 2008 von 32.000 Beschäftigten trennen. Der Vorstand bezeichnet den Abbau von fast einem Fünftel der Belegschaft im Inland als notwendig, um der gegenwärtigen und der absehbaren technologischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Dem Abbau stehen geplante Einstellungen von 6000 Mitarbeitern gegenüber. Unter anderem will die Telekom ihre Vertriebsgesellschaften stärken und ein Glasfasernetz aufbauen.
Gespräche zwischen Telekom und Ver.di waren abgebrochen und bisher nicht wieder aufgenommen worden. Wie die Gewerkschaft weiter vorgehen werde, hänge von Verlauf und vom Ergebnis der Aufsichtsratssitzung ab. "Wir werden eine angemessene Reaktion finden", sagte der Ver.di-Sprecher. In erster Linie gehe es darum, mit dem Konzern eine vernünftige Lösung zu finden. Für die ferne Zukunft seien Streiks nicht auszuschließen. Ver.di werde sich morgen in Bonn zum weiteren Vorgehen äußern.
"Verschlechterung von Qualität"
Der stellvertretende Ver.di-Chef Franz Treml hatte am Wochenende an den Telekom-Aufsichtsrat appelliert, dem Arbeitsplatzabbau nicht zuzustimmen. "Es gibt belegbare Hinweise darauf, dass der seit Jahren fortschreitende Arbeitsplatzabbau bei der Deutschen Telekom mit der beklagten Verschlechterung von Qualität und Serviceleistung korrespondiert." Deshalb wolle die Gewerkschaft die Telekom von einer Innovations-, Qualitäts- und Serviceoffensive überzeugen.
"Wir wollen deutlich machen, dass wir den geplanten Personalabbau so nicht mitmachen. Wir gehen davon aus, dass die Telekom einlenkt und es zu vernünftigen Gesprächen kommt", sagte der zuständige Ver.di-Sprecher Günter Isemeyer. Ver.di wolle keine betriebsbedingten Kündigungen über 2008 hinaus, wolle über innovative Arbeitszeitmodelle reden und das Service-Personal aufstocken.
Auch in Bayern erwartet Ver.di rund 5000 Beschäftigte zu Protesten, unter anderem in München, Regensburg, Nürnberg und Ingolstadt. Mit weiteren rund 7000 Protestlern rechnet die Gewerkschaft an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg, darunter in Ulm, Mannheim und Karlsruhe. Hinzu kommen mehrere kleinere Protestveranstaltungen im Bundesgebiet.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,389918,00.html
Weitere 32.000 bis 2008.
Es trifft jetzt vermehrt Westdeutschland.
volkszorn
December 12th, 2005, 11:24 AM
Das kann uns doch nur recht sein. Leider wacht die Masse der braven Bundesbürger immer erst dann auf, wenn der Arbeitsplatz verloren geht und Geld und Materielle Dinge knapp werden.
Dieses System baut ja nur auf Materialismus auf und nicht auf irgendwelchen Werten, der "soziale Frieden" in der BRD beruht ja auf dem immernoch relativ stark vertretenen Massenwohlstand; die im Vergleich zu anderen Ländern immer noch hohen Sozialleistungen für arme Volksangehörige und Ausländer. Sobald das aber mal alles weg ist und die Krise so stark ist das es nichts mehr Umzuverteilen gibt, krachen auch die morschen Knochen dieses System zusammen und dann kommt es darauf an ob die Rotfront oder wir Nationalisten vom Volk als Alternative gewählt und anerkannt werden.
alex
December 12th, 2005, 12:02 PM
Das kann uns doch nur recht sein. Leider wacht die Masse der braven Bundesbürger immer erst dann auf, wenn der Arbeitsplatz verloren geht und Geld und Materielle Dinge knapp werden.
Dieses System baut ja nur auf Materialismus auf und nicht auf irgendwelchen Werten, der "soziale Frieden" in der BRD beruht ja auf dem immernoch relativ stark vertretenen Massenwohlstand; die im Vergleich zu anderen Ländern immer noch hohen Sozialleistungen für arme Volksangehörige und Ausländer. Sobald das aber mal alles weg ist und die Krise so stark ist das es nichts mehr Umzuverteilen gibt, krachen auch die morschen Knochen dieses System zusammen und dann kommt es darauf an ob die Rotfront oder wir Nationalisten vom Volk als Alternative gewählt und anerkannt werden.
Dem habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen.Nur eines:
Ich glaube daß der "große Zusammenbruch" wie du ihn dir erwünscht erst in 30 bzw 40 Jahren eintreffen wird.Bin jetzt 24 Jahre alt,wenns so weit ist bin ich dann 54 bzw 64 und hab mich längst ins bürgerliche Leben zurückgezogen.Was ich damit sagen will ist folgendes: dem Volke muß jetzt schon klar gemacht werden daß wir die einzige Alternative zu diesem System sind und wir müssen die Bewegung dementsprechend schon jetzt für diesen "Tag X" vorbereiten.Unsere Kinder,denn die werden höchstwahrscheinlich die "braunen Revolutionäre" sein die wir uns erhoffen,müssen von uns schon eine relativ starke und gut organisierte Bewegung "erben".Wir müssen den zukünftigen Generationen schon jetzt die Ausgangsbasis und die Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Revolution bieten können.
alex
December 17th, 2005, 12:34 PM
VERSCHÄRFTER SPARKURS
Mercedes will bis zu 14.000 Jobs kappen
Obwohl die Arbeitnehmerseite heftig protestierte, hat der Aufsichtsrat von DaimlerChrysler Zeitungsberichten zufolge beschlossen, seinen Sparkurs zu verschärfen. Demnach sollen nun allein bei Mercedes 7500 mehr Stellen gestrichen werden als bisher geplant.
Stuttgart - Offiziell gibt DaimlerChrysler Chart zeigen zu den Zahlen, die nun im Umlauf sind, keinen Kommentar ab. Es gibt indes auch kein klares Dementi. Die Regionalpresse am Daimler-Standort Stuttgart jedoch ist sich bereits einig: Der Jobabbau bei dem Autokonzern soll beschleunigt werden.
Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" berichten heute übereinstimmend, dass bis 2008 mehrere tausend Stellen zusätzlich gestrichen werden sollen. Laut "Stuttgarter Zeitung" sieht die Planung vor, dass in der Mercedes Car Group, in der die Personenwagenmarken Mercedes-Benz, Smart und Maybach zusammengefasst sind, insgesamt 14.000 Stellen wegfallen sollen. Darin ist die bereits bekannte Streichung von 8500 Stellen enthalten.
Lkw- und Busbauer auch betroffen
Erstmals solle es auch in der Nutzfahrzeugsparte, die noch von einer guten Konjunktur profitiert, zu Stellenstreichungen kommen. Nach Informationen des Blatts will sich Daimler-Chrysler innerhalb der nächsten drei Jahre in dieser Sparte von 2000 Mitarbeitern trennen. Auch der zusätzliche Personalabbau von 5500 Stellen solle nach den Regeln der im Sommer 2004 vereinbarten Zukunftssicherung 2012 erfolgen.
Der Aufsichtsrat habe die operative Planung 2006 bis 2008 gegen die Stimmen eines Teils der Arbeitnehmervertreter verabschiedet, sagte die Daimler-Sprecherin nur. Grundsätzlich gelte nach wie vor die Aussage des Konzerns, dass dieser zum Beschäftigungspakt stehe.
Ende September hatte DaimlerCrysler bereits den Abbau von 8500 Stellen in den Mercedes-Werken verkündet; der Abbau soll bis Ende 2006 über Vorruhestands- und Abfindungsregelungen erzielt werden. Der im vergangenen Jahr abgeschlossene Vertrag Zukunftssicherung 2012 schließt bis zum Ende der Laufzeit Entlassungen aus.
DaimlerChrysler hat weltweit rund 390.000 Mitarbeiter.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,390922,00.html
Nochmal 14.000.Diesmal ist Mercedes betroffen.Auffällig dabei:
"Erstmals solle es auch in der Nutzfahrzeugsparte, die noch von einer guten Konjunktur profitiert, zu Stellenstreichungen kommen"
Es handelt sich also keineswegs nur um sanierungsberdüftige Sparten,sondern auch um welche die eigentlich profitabel sind! Aber die Kapitalistengier ist bekanntlich nicht zu unterschätzen.
alex
December 17th, 2005, 12:38 PM
MARODER BAURIESE
7000 Jobs bei Heitkamp bedroht
Die politischen Bemühungen, das fünftgrößte deutsche Bauunternehmen Heitkamp-Deilmann-Haniel zu retten, scheinen endgültig gescheitert. Nun erhebt der Chef schwere Vorwürfe gegen eine Thyssen-Tochter.
Hamburg - Auf Betreiben des Vorsitzenden der IG Bergbau, Chemie, Energie, Hubertus Schmoldt, sollte der fünftgrößte deutsche Baukonzern eine Bietergemeinschaft mit dem Konkurrenten Thyssen Schachtbau eingehen. Doch die Verhandlungen sind nach SPIEGEL-Informationen endgültig geplatzt. HDH-Chef Jochen Rölfs schrieb seinem Konkurrenten bei Thyssen Schachtbau, Andreas Pielczyk, am 5. Dezember: "Zusammenfassend drängt sich für mich unmittelbar die Vermutung auf, dass alle bisherigen Verhandlungen Ihrerseits nur zum Schein geführt worden sind."
Rölfs wirft seinem Gegner mehrfach versuchte Nötigung vor und resümiert: "Ihr gesamtes Konzept scheint nach wie vor darauf ausgelegt zu sein, unsere Gesellschaft mit allen - illegalen - Mitteln in die Insolvenz zu treiben, um sich dann anschließend aus der Insolvenzmasse zu bedienen. Ihr Zynismus gegenüber 7000 Arbeitsplätzen ist beispiellos!"
Pielczyk sagt, er habe die Vorwürfe gegenüber Rölfs "als unzutreffend umfänglich zurückgewiesen". Rölfs wollte sich gegenüber dem SPIEGEL nicht äußern.
Unterdessen versucht die HDH, den ehemaligen SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement als Aufsichtsrat zu gewinnen. Er soll vermitteln und so doch noch eine Rettung des angeschlagenen Bauunternehmens ermöglichen. Doch Clement ist kurz angebunden: "Ich bin nicht Aufsichtsrat bei Heitkamp", sagte er am Freitag, "und mehr habe ich dazu nicht zu sagen."
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,391070,00.html
Weitere 7000 bei Heitkamp? Man darf gespannt sein.
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