John in Basel
May 3rd, 2004, 03:14 PM
Impressionen von der Antifa-Demo in Langenthal (2.Mai 2004)
Folgender Bericht, den wir euch nicht vorenthalten möchten, wurde uns heute zugesandt:
Nachdem ich gestern noch als engagierter Aktivist an der PNOS-Demo durch Langenthal lief, gönnte ich mir heute einmal ein etwas anderes Vergnügen.
Bei meiner allmorgendlichen Amüsement-Runde auf "Indymedia.ch", stellte ich mit nicht allzu grosser Überraschung fest, dass als Reaktion auf die gestrige PNOS-Kundgebung um 18.00Uhr eine Antifa-Demonstration geplant ist. Der Zufall wollte es, dass mich meine Heimreise vom Sonntagsausflug kurz nach 18.00Uhr bei Langenthal vorbeiführte respektive mein Zug dort Halt machte. Dies alles zusammen und die Tatsache, dass sich in meiner Tasche ein Fotoapparat befand, schien für mich ein Zeichen einer höheren Macht zu sein. Ich musste mir diese antifaschistische Parodie auf sich selbst einfach anschauen! Gegen was wollten diese Chaoten demonstrieren? Gegen ihren eigenen Angriff auf eine friedliche Demonstration? Dies galt es herauszufinden.
http://www.pnos.ch/de/2005-05-02_antifademo1.jpg
Als ich in Langenthal dem Zug entstieg, war von Autonomen noch nichts zu sehen, und als ich etwas durch die Stadt bummelte, blieb das einzig Ungewöhnliche eine Handvoll Polizisten vor der UBS. (Hmm, nein, entschuldigt bitte, das stimmt so nicht ganz. Da waren noch die drei "Normalos" im Restaurant gegenüber dem Bahnhof, die offensichtlich die Aufgabe hatten, den Bahnhof im Auge zu behalten und ein Späher auf dem Fahrrad, der sich so auffällig Mühe gab, unauffällig auszusehen, dass man ihn eigentlich nur bemitleiden konnte.)
Gerade als ich mich entschied, auf einer Terrasse am Marktplatz einen Kaffee zu schlürfen und eine Zeitung aufzuschlagen, sah ich in etwa 100 Metern Entfernung ein zerstreutes und ziemlich deplaziert wirkendes Grüppchen von Antifaschisten nahen. Später zählte ich knapp 50 Personen. Hören konnte ich die Demonstranten zu diesem Zeitpunkt freilich noch nicht, obwohl sie, wie ich feststellte, ein Fahrradanhänger mit "Ghettoblaster" mit sich zogen, um ihren schwachen Stimmen etwas "Nachdruck" zu verleihen.
Wie ungleich kraftvoller und lebendiger war da unsere gestrige Demonstration!
Auf dem Marktplatz hielt dann irgendeine "Rastalocke" eine kurze Ansprache, in welcher der Unmut über die PNOS dargetan wurde. Eigentlich schade, hatte die lächerliche Kundgebung in der menschenleeren Innenstadt ausser mir fast niemand gesehen.
Ein Flugblatt, mit ähnlichem Inhalt wie die Rede, erhielt ich auch noch in die Hand gedrückt - vielen Dank. In der Flugschrift stand die alte Leier. Die PNOS wurde als rassistisch und demokratiefeindlich verschrien.
Doch ich erinnerte mich zurück. Waren es nicht genau dieselben vermummten Gewalttäter, die einen Tag zuvor in faschistischer Manier eine friedliche, auf demokratischem Grundrecht basierende Demonstration angegriffen und dabei mehrere Personen, darunter einen Polizisten, verletzt hatten? Doch, so wird es wohl gewesen sein.
Jedenfalls hatte ich alsbald genug gesehen und schlenderte mit den Antifaschisten zurück zum Bahnhof. Zwischenzeitlich entsprang meiner Kehle sogar ein passend müdes "Nazis raus", um nicht allzu sehr aufzufallen.
http://www.pnos.ch/de/2005-05-02_antifademo2.jpg
Das letzte lustige Bild bot sich mir am Bahnhof, als sich im schwarz-vermummten Haufen plötzlich Leben regte. Einer glaubte, einen "Fascho" gesehen zu haben, worauf plötzlich alle, wie vom Affen gebissen, 150 Meter die Strasse hinunter rannten, um dann bald festzustellen, dass da doch kein "Fascho" war. Dieses Schauspiel wiederholte sich dann noch dreimal, bis es dann sogar dem eingefleischtesten Antifaschisten zu doof wurde und sich alle auf den Heimweg machten.
Ich möchte mich bei den Organisatoren der Anti-PNOS-Demo in Langenthal herzlich für den unterhaltsamen Abend bedanken. Bis zum nächsten Mal.
Folgender Bericht, den wir euch nicht vorenthalten möchten, wurde uns heute zugesandt:
Nachdem ich gestern noch als engagierter Aktivist an der PNOS-Demo durch Langenthal lief, gönnte ich mir heute einmal ein etwas anderes Vergnügen.
Bei meiner allmorgendlichen Amüsement-Runde auf "Indymedia.ch", stellte ich mit nicht allzu grosser Überraschung fest, dass als Reaktion auf die gestrige PNOS-Kundgebung um 18.00Uhr eine Antifa-Demonstration geplant ist. Der Zufall wollte es, dass mich meine Heimreise vom Sonntagsausflug kurz nach 18.00Uhr bei Langenthal vorbeiführte respektive mein Zug dort Halt machte. Dies alles zusammen und die Tatsache, dass sich in meiner Tasche ein Fotoapparat befand, schien für mich ein Zeichen einer höheren Macht zu sein. Ich musste mir diese antifaschistische Parodie auf sich selbst einfach anschauen! Gegen was wollten diese Chaoten demonstrieren? Gegen ihren eigenen Angriff auf eine friedliche Demonstration? Dies galt es herauszufinden.
http://www.pnos.ch/de/2005-05-02_antifademo1.jpg
Als ich in Langenthal dem Zug entstieg, war von Autonomen noch nichts zu sehen, und als ich etwas durch die Stadt bummelte, blieb das einzig Ungewöhnliche eine Handvoll Polizisten vor der UBS. (Hmm, nein, entschuldigt bitte, das stimmt so nicht ganz. Da waren noch die drei "Normalos" im Restaurant gegenüber dem Bahnhof, die offensichtlich die Aufgabe hatten, den Bahnhof im Auge zu behalten und ein Späher auf dem Fahrrad, der sich so auffällig Mühe gab, unauffällig auszusehen, dass man ihn eigentlich nur bemitleiden konnte.)
Gerade als ich mich entschied, auf einer Terrasse am Marktplatz einen Kaffee zu schlürfen und eine Zeitung aufzuschlagen, sah ich in etwa 100 Metern Entfernung ein zerstreutes und ziemlich deplaziert wirkendes Grüppchen von Antifaschisten nahen. Später zählte ich knapp 50 Personen. Hören konnte ich die Demonstranten zu diesem Zeitpunkt freilich noch nicht, obwohl sie, wie ich feststellte, ein Fahrradanhänger mit "Ghettoblaster" mit sich zogen, um ihren schwachen Stimmen etwas "Nachdruck" zu verleihen.
Wie ungleich kraftvoller und lebendiger war da unsere gestrige Demonstration!
Auf dem Marktplatz hielt dann irgendeine "Rastalocke" eine kurze Ansprache, in welcher der Unmut über die PNOS dargetan wurde. Eigentlich schade, hatte die lächerliche Kundgebung in der menschenleeren Innenstadt ausser mir fast niemand gesehen.
Ein Flugblatt, mit ähnlichem Inhalt wie die Rede, erhielt ich auch noch in die Hand gedrückt - vielen Dank. In der Flugschrift stand die alte Leier. Die PNOS wurde als rassistisch und demokratiefeindlich verschrien.
Doch ich erinnerte mich zurück. Waren es nicht genau dieselben vermummten Gewalttäter, die einen Tag zuvor in faschistischer Manier eine friedliche, auf demokratischem Grundrecht basierende Demonstration angegriffen und dabei mehrere Personen, darunter einen Polizisten, verletzt hatten? Doch, so wird es wohl gewesen sein.
Jedenfalls hatte ich alsbald genug gesehen und schlenderte mit den Antifaschisten zurück zum Bahnhof. Zwischenzeitlich entsprang meiner Kehle sogar ein passend müdes "Nazis raus", um nicht allzu sehr aufzufallen.
http://www.pnos.ch/de/2005-05-02_antifademo2.jpg
Das letzte lustige Bild bot sich mir am Bahnhof, als sich im schwarz-vermummten Haufen plötzlich Leben regte. Einer glaubte, einen "Fascho" gesehen zu haben, worauf plötzlich alle, wie vom Affen gebissen, 150 Meter die Strasse hinunter rannten, um dann bald festzustellen, dass da doch kein "Fascho" war. Dieses Schauspiel wiederholte sich dann noch dreimal, bis es dann sogar dem eingefleischtesten Antifaschisten zu doof wurde und sich alle auf den Heimweg machten.
Ich möchte mich bei den Organisatoren der Anti-PNOS-Demo in Langenthal herzlich für den unterhaltsamen Abend bedanken. Bis zum nächsten Mal.